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Maniago

Das Messer


Den Beginn der Geschichte der Schmiede aus Maniago kann auf das Jahr 1453 datiert werden, als Nicolò di Maniago vom Magistrato delle Acque di Venezia (Wassermagistrat Venedigs) die Erlaubnis bekam, das Wasser des Wildbachs Còlvera in einen Kanal zu lenken. Entlang des Kanals wurden auf der Höhe entsprechender Höhensprünge, neben den Mühlen und Sägewerken, auch einige Schmieden errichtet.

Das Wasser des Còlvera bewegte durch den Druck auf die Flügel eines großen Wasserrades einen Mechanismus, der die Kraft auf einen Stielhammerübertrug. Diese Maschine nutzte der favri da gros(Grobschmied), um ein Stück Eisen, das zuvor erhitzt wurde, mit Kraft zu bearbeiten, um somit die gewünschte Form zu erzielen. So wurden Werkzeuge für die Bauen und die Waldarbeiter geschaffen, Schlachtermesser, sowie Schwerter und Hiebwaffen für die Truppen der Serenissima Repubblica di Venezia (Republik Venedig).

Um das 18. Jahrhundert herum wurde der Bedarf erkannt, kleinere und funktionellere Schneidewerkzeuge herzustellen und es änderte sich die Technik und das Image des Schmieds von Maniago:  Es kam der favri da fin (Feinschmied) auf, ein Handwerk, das für seine Tätigkeit eine Schmiede benötigte, einen Schleifstein und eine Werkbank. Ohne die Notwendigkeit des Gesenkhammers (und des Wassers) in der Nähe, entstanden fast überall im Land die Läden der favri da fin (Feinschmiede). Die Produktion konzentrierte sich auf Scheren, Taschenmesser, Tischmesser und sonstige professionelle Werkzeuge.
Anfang des 20. Jahrhunderts änderte sich nochmals die Art zu arbeiten und es entstanden die ersten großen Fabriken, wo es dank des Einsatzes von strombetriebenen Maschinen möglich wurde, Schneidewerkzeuge in Serie, in kürzerer Zeit und weniger mühsam herzustellen.  Das erste Werk in Maniago, das CO.RI.CA.MA. (Coltellerie Riunite Caslino Maniago) machte dem ausländischen Kapital den Weg frei, da es 1907 vom Deutschen Albert Marx in Betrieb genommen wurde, dem Inhaber weiterer Industrien in Solingen und in Caslino. Die andere Organisierung der Arbeit und der Einsatz neuer Maschinen, wie Schneideautomaten, Drehbänke, Fräsen und Feilmaschinen garantierten Präzision beim Endergebnis, während große Pressen und vertikalen Fallwerke das Warm- und Kaltpressen des Metalls ermöglichten.
Waren in den Anfängen des 19. Jahrhunderts in Maniago etwa 130 Menschen in den 21 Läden beschäftigt, so waren es knapp ein Jahrhundert später bereits 500 in den etwa vierzig aktiven Betrieben. Schon allein diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Arbeit der Schmiede und der Messerschmiede für den Raum Maniago waren. Die Weltkrise des Jahres 1929 ließ natürlich auch nicht die Messerschmiede von Maniago aus, die sich in großen Schwierigkeiten befanden. Zahlreiche Arbeitslose sahen sich in dieser Zeit zur Auswanderung gezwungen. Am 15. August 1929 entschlossen sich einige kleine Industriebetriebe dazu, sich zusammenzuschließen, um die Einkäufe und das Arbeitssystem zu rationalisieren, was jedoch nicht lange währte, denn bereits 1931 wurde der erste Verband wieder aufgelöst.
1960 wurde ein neuer Verband ins Leben gerufen, der Consorzio Coltellinai Maniago, dessen Hauptziel die Förderung des Produkts aus Maniago in Italien und im Ausland ist, vor allem anlässlich von internationalen Messeveranstaltungen, die auf den Bereich der Sportmesser und professionellen Messer spezialisiert sind.
Heute ist Maniago der Sitz des Industriegebiets der Messerschmiede, bestehend aus 9 Gemeinden des Bezirks, der etwa 3.000 Mitarbeiter allein in der Produktion von Schneideartikeln beschäftigt und sich als zweites Industriezentrum der Provinz Pordenone qualifiziert. CNC-Maschinen, Laser-Schneidemaschinen, absolute Präzision bei der Temperaturkontrolle bei den Wärmebehandlungen, Einsatz von Spezialstählen und hochwertigen Materialien sind nur einige der technologischen Innovationen, die der Industrie Maniagos ein Produkt in höchster Qualität garantieren.   Von den Multifunktions-Taschenmessern bis zu den professionellen Scheren, von den Sportmessern bis zu den Küchenmessern, von den Spachteln für den handwerklichen Gebrauch, bis zu den präzisen chirurgischen Instrumenten: die Produktion von Maniago deckt einen Großteil des nationalen Bedarfs ab, allerdings ist auch der Export zu den europäischen und amerikanischen Märkten sehr groß. Auch Korkenzieher, Turbinenschaufeln, Antriebszahnräder und Kufen für Wettkampfschlittschuhe sind Produkte der Unternehmen Maniagos, die auf dem Gebiet weltweit Branchenführer sind. 
In Bezug auf die Qualität, stellt das QM-Zeichen das Gütesiegel des Distrikts der Messerindustrie von Maniago dar. Es handelt sich um ein im Jahr 2003 entstandenes Projekt aus der Kooperation der 9 Gemeinden des Bezirks, der Universität von Udine, den Berufsverbänden und der Aktionsgruppe Montagna Leader, die die Initiative koordiniert hat. Das QM unterstreicht den Qualitätsaspekt als fundamentale Ressource für die Erkennbarkeit und die Verwendbarkeit des Produkts auf dem nationalen und internationalen Markt. An dieser Vorraussetzung wurden die Standards und die Qualitätsanforderungen festgemacht, die die Unternehmen vereinen, die in diesem Bezirk wachsen wollen und in der gesamten Welt Erkennbarkeit wünschen und dabei den Namen und die Faszination nutzen, die das Made in Italy ausübt.

Text bereitgestellt vom Tourismusbüro von Maniago




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